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Lieber mit dem alten Partner etwas Neues, als mit einem neuen Partner wieder das Alte!

Frühere Bindungserfahrungen beeinflusssen die Ehe

Wie steht es um Ihre Liebe?
Sicher, nicht alles soll und muss ausdiskutiert werden. Andererseits einfach den Kopf in den Sand stecken oder ein Problem tatenlos aussitzen wollen, funktioniert auch nicht.
Fassen Sie sich ein Herz und nehmen Sie sich gemeinsam Zeit für einen kleinen CheckUp Ihrer Beziehung.
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Liebe(n) lernen
Den Wunsch in einer glücklichen Partnerschaft zu leben, haben die meisten Menschen. Die dazu notwendige Kompetenz ist jedoch nicht automatisch vorhanden.
Würden Sie in ein Flugzeug steigen, dessen Pilot nicht fliegen kann? Wohl kaum! Wieso dann ein Blindflug in der Liebe?
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Wieso tut mein Partner mir das nur an? Warum werde ich immer wieder enttäuscht? Warum macht mein Partner mir immer heftige Vorwürfe, wenn ich mal einen anderen Mann, eine andere Frau ansehe? Wieso darf ich ohne Streit und Vorwürfe nie mal etwas für mich allein tun?

Fragen über Fragen - die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Der Grund für die quälenden Fragen, die Spannungen und die hohe Instabilität heutiger Partnerschaften, die zahllosen emotionalen Dramen und Beziehungscrashs liegt darin, dass wir nicht wissen, warum wir uns so in der Partnerschaft verhalten, wie wir es tun, welches innere Drehbuch - unser unbewusstes Modell von einer Partnerschaft - daran beteiligt ist und wie wir auf Dauer selbst die Regie für unser Liebesglück übernehmen können.

Dieses unbewusste Drehbuch hat jeder Mensch. Nur, es ist bei keinen zwei Menschen identisch. Deswegen entstehen in einer Partnerschaft zumeist dann Spannungen, Konflikte und Streit, wenn die unbewussten Drehbücher der beiden Partner miteinander kollidieren. Was steht zum Beispiel in diesen Drehbüchern?

  • Die Vorstellung davon, wie 'man' sich in der Beziehung verhält. Was legitim ist und was nicht.

  • Wie man miteinander Vereinbarungen schließt. Wie verbindlich diese Vereinbarungen für beide sind.

  • Wie man den Begriff 'Freund/in' definiert und welche Form von Freundschaft man dem Partner ausserhalb der Beziehung zugesteht.

  • Wie man sich zusammen in der Öffentlichkeit als Paar verhält.

  • Ob man für sich immer das letzte Wort bei einer Entscheidung in Anspruch nmmt.

  • Ob man alles immer zusammen macht oder es Freiheiten geben soll und ob diese Freiheiten für beide gleichermaßen gelten.

  • Ob man immer wieder aufs neue vom Partner erorbert werden muss, um das Gefühl geliebt zu werden in sich zu spüren.

  • Ob man sich für einen Fehler, den man gemacht hat entschuldigt und künftig darauf achtet, diesen Fehler nicht wieder zu begehen.

  • Ob man bereit ist, um Hilfe zu bitten und sich für eine erhaltene Hilfe bedankt.

  • Ob es akzeptabel ist, die eigenen Wünsche, Bedürfniss und Gefühle frei auszudrücken und wieviel Nähe man zulassen kann.


Aufbauend auf den Bindungsforschungen von John Bowlby (1976) konnte die Kinderpsychologin Mary Ainsworth in empirischen Untersuchungen zum Bindungsverhalten bereits 1982 nachweisen, dass frühkindliche positive Bindungserfahrungen lebenslang eine sichere Basis für das psychische und physische Wohlergehen darstellen. In der Praxis bedeutet das, dass die Art und Weise, wie Menschen einen Partner suchen und die Beziehung mit ihm gestalten, maßgeblich von den frühen Beziehungserfahrungen abhängig ist.

Nach Klaus Grawe (1998 & 2004) streben alle Menschen für ihr psychisches und physisches Wohlbefinden die Befriedigung von vier obersten Grundbedürfnissen an:

- Bindung
- Orientierung
- Selbstwerterhöhung
- Lebensfreude/-lust

Je stabiler und liebevoller diese Grundbedürfnisse bereits in der Kindheit erfüllt wurden, umso sicherer ist der Bindungsstil dieser Menschen im Erwachsenenalter.

Collins & Read (1990) konnten nachweisen, das Menschen mit positiven frühkindlichen Bindungserfahrungen in einer Partnerschaft mehr Nähe zulassen können und weniger unter Verlustängsten leiden, als solche, deren Bindungserfahrungen negativer Art waren.

Alle Bindungserfahrungen werden verinnerlicht und führen zur Ausprägung von Verhaltensmustern. Wenn Probleme in einer Beziehung entstehen, spüren Menschen mit negativen Bindungserfahrungen zwar, dass sie Schwierigkeiten im Gestalten ihrer Beziehung haben, erkennen aber nur selten, wie sie selbst immer wieder diese Schwierigkeiten aktiv herbeiführen und so zur Aufrechterhaltung des Problems beitragen.

Menschen mit einem unsicheren Bindungsstil neigen zum Beispiel zum Klammern, zur Kontrolle und Eifersucht, aber auch zu Forderungen wie "Ich will, dass du so bist, wie ich dich haben will". Das geschieht aus unbewussten Ängsten des Verlassenwerdens und Abgelehntseins. Das fatale daran ist, das sie durch dieses Verhalten im hohen Umfang selbst zum Eintreffen ihrer Befürchtungen beitragen. Diese Menschen können durch positive Neu-Erfahrungen allmählich ihre Angstschwelle reduzieren und einen sichereren Bindungsstil entwickeln.

Negative Prägungen sind überdurchschnittlich häufig in krisenhaften Partnerschaften anzutreffen. Bei rund 70% der ratsuchenden Paare haben einer oder beide Partner negative Bindungserfahrungen in ihrer Kindheit gemacht (Sanders 2006):

Bindungserfahrungen aus der Kindheit

Paare in Beratung

Normalbevölkerung

Ø 49% Erziehung sehr streng

18%

Ø 43% nur dann geliebt, wenn sie sich so verhielten, wie ihre Eltern es wollten

13%

Ø 33% machen konnten was sie wollten, immer war irgendetwas falsch

13%

  • Der als Säugling beziehungsweise Kind erfahrene Bindungsstil führt zu unsicheren Bindungsmustern

  • Implizite Muster behindern Beziehungen

  • Gefahr der sozialen Vererbung

Womit sich die Frage nach der "Schuld" für eine schwierige Partner-schaftssituation an sich erledigt. Oder würden Sie Ihrem Partner die Schuld dafür geben, dass er frühkindlich negative Bindungserfahrungen gemacht und deswegen einen unsicheren Bindungsstil ausgeprägt hat? Bestimmt möchten Sie auch nicht aus gleichem Grund beschuldigt werden.

Es gibt also keine Schuld! Was aber gibt ist Verantwortung. Verantwortung für das eigene Leben. Verantwortung für die persönliche Weiterentwicklung. Verantwortung für die Kinder. Verantwortung für das Gelingen der Partnerschaft. Und diese Verantwortung tragen beide Partner zu gleichen Teilen.



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